Der After-Baby-Body

Wer wie ich die Klatschpresse verfolgt, um auf dem Laufenden zu bleiben, wird sicher schon des öfteren von dem sogenannten „After-Baby-Body“ gehört haben.

Die Promifrau nimmt während ihrer Schwangerschaft um die 20-30 Kilo zu, da sie jetzt endlich ihren Gelüsten nachgeben und etwas essen darf. Die Klatschpresse verfolgt dieses mit düsteren Prognosen und eindringlichen Fotos, die geschwollene Füße und Doppelkinne zeigen. Drei Tage nach der Geburt gibt es zumeist noch ein Foto, auf dem ein aufgeschwemmter Körper zu sehen ist, und dann…!

Ja, dann kommt der After-Baby-Body und der ist, wie durch ein Wunder, wieder deutlich um die 20 Kilos reduziert. Die Presse lobt daraufhin die junge Mutter und kennt auch schon den Diätplan und das Sportprogramm und empfiehlt dieses zum selbst ausprobieren. Das Sportliche an der ganzen Angelegenheit ist das Zeitfenster, was maximal drei Wochen andauern darf. Aber gut, wer im Rampenlicht steht, muss damit rechnen mehr leisten zu müssen.

Jetzt ist das hier nicht die Seite für junge Mütter, sonder die Seite für die Frau über die fünfzig. Aber, was soll ich sagen, auch wir wünschen uns diesen After-Baby-Body. Wir sind nämlich dauerhaft in der Vorstufe des After-Baby-Body verankert. Bei uns geht nichts wieder weg. Wir haben körpereigene Zugewinne, die deutlich an die Ausprägungen der Schwangerschaft erinnern.

Das hat folgenden Hintergrund. In der Zeit der großen Umstellung, der Wechseljahre, verabschiedet sich das eine oder andere Hormon ins Nirwana, der Stoffwechsel hat keine Lust mehr und unsere Essgewohnheiten kommen durcheinander. Gründe für tägliche Wassereinlagerungen verfünffachen sich und diese schöne schmale Taille, die vorher wirklich nur durch die Schwangerschaft dicker wurde, hält sich jetzt nicht mehr an die berühmten 90/60/90, sondern geht gleich auf 90!

Weil die Hormone das so wollen! Es hat nicht wirklich etwas mit unseren Wünschen zu tun. Unser Körper arbeitet ab jetzt eigentlich gegen uns. Was bleibt ist das sehnsüchtige Verlangen nach einer wirklichen Schwangerschaft, dann könnten wir einfach erklären, dass wir schwanger sind und müssten auch noch nicht auf den After-Baby-Body hinarbeiten. Das wäre vielleicht eine Lösung nur zu behaupten, dass wir schwanger sind?

Aber zurück zur Promifrau und ihren Maßnahmen. Wir können da nachlesen, dass diese nicht einen Tag hat verstreichen lassen, ohne Yoga oder Power Walking zu praktizieren. Eine andere hat ihre Ernährung auf Lachs, Garnelen, Rührei, aahh nur Proteine, und Goji-Beeren umgestellt. Kein Zucker, kein Salz.

Das entspricht aber nicht wirklich unseren Vorstellungen von einem guten Leben!

Lachs ja, aber dann mit Brot. Garnelen auch, aber die mit Spaghetti. Kann man Rührei durch Biskuitkuchen austauschen? Oder eine Handvoll Goji-Beeren gegen einen Früchteeisbecher?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.