…wann ist eigentlich Weihnachten?

Aus gegebenem Anlass, alle Jahre wieder!!!!

Oh, ist es schon wieder so weit? Gerade hatten wir noch das Gefühl, der Winter kommt erst noch, da krabbelt das Thermometer doch wieder um einige Grade nach oben und Überraschung, doch, der 4. Advent steht vor der Tür. Jetzt heißt es wieder tapfer neben allen anderen Resttätigkeiten die Kleinigkeit Weihnachten zu bewältigen. Und das wie in jedem Jahr ohne den Mann! Ja, auch in diesem Jahr!!!

Ein Mann erkennt Weihnachten daran, dass morgen der 24. Dezember ist. Dann wacht er auf und geht fröhlich summend seinen Pflichten nach, wie den allerletzten, aber günstigsten Weihnachtsbaum im Baumarkt zu besorgen, was auch schon mal länger dauern kann oder die Weinliste durchzusehen. Aber eigentlich freut er sich sehr auf das gemeinsame Fest mit seinen Lieben und träumt derweil von seiner Eisenbahn, die er eigentlich jetzt auch noch sehr gerne im Wohnzimmer aufbauen würde.

Mann, es ist aber auch alles so gemütlich und schön. Wäre da nicht dieses Fauchen und Kreischen an seiner Seite, was sich eigentlich schon seit geraumer Zeit bemerkbar machte, das er aber geflissentlich ignorierte, da er ja so viel zu tun hatte! Wie jedes Jahr!

Dieses Grummeln ist das Beigeräusch der alljährlich unter der Belastung zusammenbrechenden „Gattin“, die sich aber auch irgendwie nie Gehör verschaffen kann.

Da galt es Adventskränze anzufertigen, selbstgebastelte Adventskalender zu ersinnen, Nikolaus nicht zu vergessen, Plätzchen zu backen und zu verschicken. Das gesamte Haus weihnachtlich zu verschönern, was sowieso keiner sieht!! Einen größeren Hausputz anzusetzen, die Großfamilie des Mannes wird zu Besuch kommen.  Eine Geschenkeliste für alle zu erstellen, die Geschenke auch noch zu besorgen, sich einen Menüplan für die Festtage auszudenken, den Weihnachtsbaumschmuck für den zukünftigen Weihnachtsbaum zu ersinnen und, und, und…

In der ersten Woche ging es ja noch. Auch sie empfindet diese besinnliche Stimmung, freut sich eigentlich auf die Weihnachtstage, übersieht noch großzügig die Unkenntnis des Mannes. Aber die Zuversicht verrinnt mit den nächsten Wochen, wo die Liste der abzuarbeitenden Punkte scheinbar immer größer wird und niemand beisteht. Ja, auch in diesem Jahr ist der 23. Dezember noch weit, weit weg!

Das führt wie jedes Jahr auf einen ganz speziellen Höhepunkt zu, der wie folgt aussieht. Am Morgen des Heiligen Abends ist die ausführende Weihnachtshilfskraft nur noch eine geschwächte Kopie ihrer selbst, sieht aus wie ein Weihnachtsgespenst. Sie mag nicht mehr aufstehen, will sich nicht duschen, nicht die Haare waschen, will ihren Schlafanzug anbehalten und schon gar nicht das drei- bis fünfgängige Menü kochen und dabei auch noch hübsch aussehen.

Ihre Hinweispflicht zu Arbeiten, die an diesem Tag von anderen Mitgliedern ihrer Familie mehr oder weniger unfreiwillig verrichtet werden, kann sie nur noch mit kurzen Schreikommandos weitergeben, weil ihr die Kraft zu größeren Erklärungen fehlt. Aber ausgerechnet jetzt interessiert sich der Mann plötzlich für Weihnachten und möchte auf das Genaueste informiert werden, wie eigentlich der Weihnachtstageablauf geplant ist. Das will sie jetzt aber nicht mehr erklären. Entweder ist schon fast alles fertig oder weil sie einfach keine Lust dazu hat.

Aber nun besteht der noch sehr vitale „Überraschung, es ist Weihnachten Mann“ auf sein Recht der spontanen Beteiligung und Mitsprache. Wenn der Ehekrach nicht schon drei Tage vor Weihnachten kam, kommt er jetzt. Ich vermute sicher, auch in diesem Jahr!

Kinder sind zu diesem Zeitpunkt überraschend solidarisch, und zwar mit dem Vater. Sie empfinden diesen ewigen von der Mutter ausgehenden Stress als Stimmungstöter und sparen nicht mit Vorwürfen, dass sich dieser Sch… auch jedes Jahr wiederholen muss.

Gerechtigkeit zu diesem Thema kann es nicht geben!

Die, auch in diesem Jahr, an diesem Abend geschossenen Weihnachtsfotos werden vermutlich eine strahlende Restfamilie zeigen und eine blasse, meist ältlich wirkende faltige weibliche Person mit einem verkleckerten T-Shirt zur Jeans mit Schürze.

Wirklich, auch in diesem Jahr?

by bella

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