Das Foto vom letzten Jahr

Geht es euch auch so?

Beim gemütlichen Beisammensein auf Geburtstagsfesten kann man aus den Augenwinkeln heraus schon erkennen, dass da wieder mal einer um einen herumschleicht und Fotos macht.

Sicher ist es seeeehr löblich Erinnerungen festzuhalten und das geht nunmal nur übers Filmen oder Fotografieren.

Trotzdem frieren mir jedesmal, beim Versuch spontan vorteilhaft auszusehen, die Gesichtszüge ein.

Diese Schnappschüsse lassen mich verzweifeln und ich kenne kein einziges, das ich mag.

Es ist auch nicht besonders schmeichelhaft, wenn der Künstler mehrmals hintereinander das Foto

auf der digitalen Kamera löschen muss, da die Gesichtszüge allzu verzerrt wirken.

Irgendwann aufgibt er auf und lässt einfach das letzte im Kasten.

Aber auch die Urlaubsfotos sind eine Qual!

Da hat man aber meistens das Glück in einer schönen Umgebung fotografiert zu werden.

Das lenkt vom Objekt ab.

Zu Hause werden nach dem Hochladen erst einmal alle auf ihre Tauglichkeit hin überprüft.

Es gibt hoffentlich kein Bikinifoto.

Doch, da ist eins! Autsch, muss sofort gelöscht werden.

Fotos von hinten. Ach mein Gott, der Rock ist wohl doch unvorteilhaft. Weg damit.

So reduzierten sich die Fotos ganz schnell.

Erhalten bleiben die, auf der die Familie mit drauf ist, die will man einfach nicht löschen wegen des Erinnerungswertes.

Außerdem sehen die anderen sowieso immer gut aus. Da ist der Fokus nicht auf mich gerichtet.

Zufrieden ist man mit dem Ergebnis nicht wirklich, aber man kann ja nicht alle Fotos löschen!

Aber es gibt da so ein merkwürdiges Phänomen.

Ein Jahr später. Man ist schon wieder älter geworden. Man hat schon wieder zugenommen.

Die Haare müssen noch öfter nachgetönt werden. Und, und, und…

Und der Bikini aus dem letzten Jahr landet sowieso im Kleidersack.

Ja und dann sind da die Fotos aus dem letzten Jahr.

Plötzlich gehen die!

Man sah da doch gar nicht so schlecht aus. Noch so frisch, so jugendlich. Mein Gott, was ein Jahr ausmachen kann!

Die Figur ging eigentlich auch noch.

So schlimm war das Lächeln gar nicht.

Hätte man da gewusst, dass man eigentlich ganz gut aussieht, man hätte sich wirklich gefreut!

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