Kapitel 12 -Verdeckte Ermittlung-

 

Lem schob sich Zentimeter um Zentimeter nach vorne. Sie saß in ihrem Auto und trug ihre große Sonnenbrille. Vorsichtig lugte sie durch die Windschutzscheibe. Antje Vermeer hatte das Auto verlassen und ging zu ihrem Hauseingang.

Lem hatte außerhalb der Hochschule auf sie gewartet. Sie wusste, dass sie Antje nervös gemacht hatte. Die hatte ihr Erstaunen zwar ganz gut überspielen können, aber Lem war nun wirklich nicht von gestern.

Die hatte was mit Willem gehabt! Da war sich Lem ganz sicher. Und dann hatte Lem diesen tollen Einfall, sie doch einfach mal zu beschatten. Obwohl sie sich nicht wirklich vorstellen konnte, dass Antje so spontan etwas Verdächtiges tat. Schließlich hatte die Professorin ihren Liebhaber sicherlich eiskalt getötet. Da gab es bestimmt keine Mittäter, die sie jetzt anrufen oder treffen musste, weil jemand Andeutungen gemacht hatte.

Lem glaubte inzwischen auch zu wissen von wem die Information über das Liebesverhältnis gekommen war. Der Einzige, der


Bellalemoncella


kannte und wusste, dass sie sich für den Mord interessierte, war doch Piet. Vielleicht will er aber anbändeln und versucht so mit mir in Kontakt zu kommen.

Ihr Handy klingelte: "Waar ben je?" Oh Gott, es war ihr Mann. War der tatsächlich schon zuhause?

"Ich bin noch unterwegs. Ich habe heute länger Unterricht. Es wird sehr spät!"

"Aber heute ist doch Mittwoch? Dann bist du doch gar nicht am Institut!" Er ließ einfach nicht locker.

"Vertretung, Schatz! Ein Kollege ist ganz spontan an einer Sommergrippe erkrankt. Ich muss jetzt leider auflegen! Die Klasse wird sonst zu ungeduldig. Wartet mit dem Essen nicht auf mich. Danach gibt es sicher noch eine Besprechung."


Und tschuessikowski.


Lem standen die Schweißperlen auf der Stirn. Normalerweise arbeitete ihr Mann so viel, dass sie noch genügend Zeit für ihre Hobbies hatte. Musste er ausgerechnet heute früher nach Hause kommen. Und die Rückfahrt von Arnheim nach Rotterdam lag auch noch vor ihr.

Oh! Drüben trat Antje wieder vor die Tür. Sie hatte sich umgezogen und trug jetzt eine Jumpsuit aus Crêpe de Chine mit asymmetrischer Schulterpartie.

Das war jetzt aber doch ein bisschen dick aufgetragen. Ein wenig melaniesk, fand Lem.

Wo will sie denn hin? Lem startete vorsichtig den Motor.



Kapitel 13 -Das Vermächtnis-

Next Project

See More