Hoofdstuk 13 - De erfenis

Bella beugt sich über die Zeichnungen. Ein Schaudern läuft über ihren Rücken. Es ist überwältigend die Fantasien eines so angesehenen, wenn auch leider ziemlich toten Designers in den Händen zu halten. Da hat Lem schon recht. Er war ein Picasso. Sie konnten sich glücklich schätzen mit ihm arbeiten zu dürfen, wenn auch posthum. Seit sich Bella mit dem Thema Umwelt näher beschäftigte, ließ es sie nicht mehr los. Sie hatte die deutsche Mülltrennung so satt. Darauf kann man nicht mehr stolz sein. Es war Augenwischerei. Es gibt so viel mehr zu tun.
Und sie ist sich ganz sicher, dass sie mit Willems Entwürfen auf dem richtigen Weg war. Sie muss nur noch herausfinden, was das Besondere an diesen war, dann würde der Täter sichtbar werden.

So träumt sie vor sich hin. Heute ist ein blöder Tag. Der Staubsauger war immer noch nicht zurück. Bella hatte in den vergangenen Wochen ein Desaster an sich verabschiedenden Haushaltsgeräte erlebt. Eine neue Waschmaschine musste her, ein größerer Kühlschrank und dann hatte auch noch der Staubsauger seinen Geist aufgegeben und war zur Reparatur verschickt worden. In der Küche sah es aus!

Es wird eine Organisation sein, die dahinter steckt. Irgendjemand von der Industrie, der nicht möchte, dass es ein Verfahren gibt, was das Recycling erleichtert oder ein raffiniertes neues Material, dass die Baumwolle ablöst. Es gab doch diese Fälle, wo schon längst die Lösung für das Problem entwickelt worden war. Aber es wurde nicht eingesetzt.

Und die nächste Regierung in Berlin wird auch wieder eine GroKo und es wird sich nichts ändern! Ausstieg aus dem Braunkohleabbau voraussichtlich 2045. Bis dahin bin ich..., Bella rechnete nach: Tot! Klar! Oder zumindest weißhaarig und das Strähnchenfärben ging dann nicht mehr so gut. Und war es nicht verwunderlich, dass der Fall noch nicht gelöst war? So schwierig war das für uns bisher doch nicht gewesen zu recherchieren. Aber von offizieller Seite gibt es keine Ergebnisse. Wahrscheinlich ist es sogar vernünftig, dass wir keinen Kontakt zur Polizei haben können. Die stecken sicher mit drin. Da wachsen dann ein paar Scheinchen rüber und der Mord wird nie aufgeklärt. Das wird in den Niederlanden nicht anders sein wie in Deutschland. Und bald sind Ferien. Das Sommerloch steht vor der Tür.

Danach ist die ganze Angelegenheit vergessen. Gras drüber gewachsen.

Aber Willem-Jan hatte ein Zeichen setzen wollen. Er hatte in die Zukunft gesehen und daran geglaubt, dass es Sinn macht Dinge zu verändern. Aber was war es? Lem machte sich doch lächerlich mit dieser Professorin. Aber der Umstand in Plastik erstickt zu werden, hatte auch etwas Anzügliches, Abstoßendes. Sollte eine Frau so morden wollen? Ausgerechnet! Und die SM Szene benutzte stilistisch nur so eklige Gummianzüge. Bella hatte sich erkundigt und dazu Fotos gegoogelt. Das Internet ließ einen heutzutage ja an allem teilhaben. Die waren furchtbar unästhetisch gewesen. Ob diese Anzüge später auch im Meer landen? Bella kicherte.

Nein, sie wurde wieder ernst. Das passte alles einfach nicht zu Willem. Gut, vielleicht hatte er sich in seine Mentorin verliebt. Und die wird auch sein Potential erkannt haben! Die wird ihn vergöttert haben! Ob die vielleicht an seine Entwürfe ran wollte, um sie als ihre eigenen auszugeben? Aber das wollte Lem doch alles herausfinden. Hoffentlich stellt die nichts an, die war manchmal so leichtsinnig.

Ah, da kam gerade eine SMS von ihr rein:

 


Bin abgetaucht, wurde verfolgt! 

 


Was!








Kapitel 14 -Politik-

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