Kapitel 3 -Tulpen aus Arnheim-

I

ch habe vier Stunden im Auto gesessen, schrieb Lem.


N

a ja, vorbei an den schönen Tulpenfeldern, war doch bestimmt nett, meinte Bella. 


D

ie Tulpen blühen zu dieser Jahreszeit noch nicht in den Niederlanden, konterte Lem. 


So gut schien ihre Laune heute aber nicht zu sein, dachte Bella.


E

ntwürfe des Toten habe ich auch keine gesehen, schrieb Lem.


Was! Es gibt keine Fotos voor Bellalemoncella?


I

ch habe mit ein paar Studenten gesprochen. Willem-Jan van de Nelle war nicht gerade beliebt. Nur ein weiterer Narzisst in der Modewelt, bemerkte Lem.



Bella grübelte, warum gerade immer die Männer so unglaublich erfolgreich in der Modebranche wurden. Die wenigen Frauen konnte man an den fünf Fingern einer Hand abzählen. Aber die Kerle wurden immer berühmt.


E

r wurde übrigens von einem anderen Studenten gefunden, berichtete Lem.


H

ast du den Namen und seine Telefonnummer?


J

a, ein Piet Boontje, er steht im Campusverzeichnis, erläuterte Lem.


K

önntest du den nicht mal anrufen?


O

ch nöö, was soll ich denn sagen?


D

u bist doch sonst auch um keine Antwort verlegen!


A

ha, die Website, von fabulous Frauen über 50, interessiert sich also nicht mehr brennend für Katzenbilder und Häkeldeckchen sondern lieber für einen Toten und die mysteriösen Umstände seines Ablebens?


M

an muss halt mit der Zeit gehen!


D

as kannst du doch auch machen.


I

ch, wieso ich? Ich spreche kein niederländisch.


D

ann mach´s doch auf Englisch!


L

em, auch das kannst du viel besser!




D

 

anke für die Blumen!



M

ehr weiß ich auch nicht. Aber seine Entwürfe sind wichtig. Man sah doch sehr gut wie Alexander McQueen nach seinem Tod noch ganz besonders gehypt wurde.


N

ein, das lag an Kate, die ein Kleid seines Labels bei ihrer Hochzeit trug, erklärte Bella, die High Society Expertin.


I

m Übrigen wurde er so berühmt, weil Lady Gaga seine Reptilienschuhe trug und noch ein weiteres Paar für 300.000 Dollar ersteigert hatte, erklärte Lem daraufhin.


E

r hatte sich aber auch sehr viel mit Müll beschäftigt. Und außerdem war sein Selbstmord sehr tragisch und hat die gesamte Modeszene erschüttert.


J

a eben, vielleicht hat das Ganze doch mit Recycling zu tun und das interessiert die anderen Frauen in unserem Alter wirklich noch. Alles was mit Öko zu tun hat und Wiederverwertung und Sparsamkeit, aber nicht mit Mode, meinte Lem.


O

h ja, das ist aber auch ganz wichtig, schrieb Bella.


I

ch interessiere mich überhaupt nicht für diese Plastikmode. Ich hätte gerne eine weitere Chaneljacke, gestand Lem.


D

u kannst jetzt überhaupt keine Chaneljacke mehr kaufen. Dann unterstützt du nur Karl Lagerfeld und Melania Trump. Du erinnerst dich doch an diesen Affront mit Meryl Streep zur Oscarverleihung. Ein bisschen Statement für die Demokraten sollte schon sein.


A

lso gut, ich überlege es mir mit dem Telefonat. Aber wenn, dann erst in der nächsten Woche. Ich habe auch so schon genug zu tun, schrieb Lem.




 


Kapitel 4 -Reife Frauen-

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