Kapitel 5 -Mit dem Fahrrad unterwegs-


L

em strampelt. Wie gut die frische Luft tat! Am Ende war Piet ja doch noch ganz zutraulich geworden. Und er hatte so einen kecken Ton am Telefon. So schön erfrischend.


Lem

willst du mit einer Plastiktüte über dem Kopf enden? Es ist immer noch unklar, wer Willem ermordet hat. Lass dich nicht mit fremden Jungs ein, so attraktiv sie auch sein mögen. Willem hatte in den Ferien in dieser Kneipe gearbeitet, die netterweise diesmal nicht in Arnheim, sondern in Rotterdam lag. Das war Piet zum guten Schluss dann doch noch eingefallen. Warum der Tote in einer Kneipe gearbeitet hatte, verwundert sie allerdings doch. Modedesigner arbeiten eher auf Fashion Shows, so wie die in Mailand oder Paris.


Lem wäre so gerne auch mal auf einer Show bei Chanel dabei. Sie fühlt so eine innere Verbundenheit zu Karl Lagerfeld. Hoffentlich hält der noch ein paar Jahre durch. Chanel ohne sein Genie wäre undenkbar. Wer würde ihn ersetzen können? Und Bella hatte unrecht mit dem Vorwurf wegen Melania. Er musste schließlich auch an die Umsätze denken, es geht doch auch um viele Arbeitsplätze. Mode hat nichts mit Politik zu tun!



Oh Paris, Paris und Karl.



“Na, sie sind ja ganz schön aus der Puste, möchten sie ein Glas Wasser?”. Der Kneipenbesitzer schaut mitfühlend.

“Ich bin Journalistin und arbeite für eine Frauenkolumne zum Thema Mode”, strahlt Lem. "Uns interessiert der verstorbene Modedesigner Willem-Jan van de Nelle, der hat doch hier gearbeitet?”. Lem fühlt sich langsam wirklich wie eine investigative Journalistin.

“Und da müssen sie in ihrem Alter selbst noch die Recherche machen?”. Ich möchte aber keinen Ärger bekommen, mit der Polizei oder so!”, meint der Wirt.

Aha, da hat hier wohl einer schwarz arbeiten lassen und möchte das nicht unbedingt kundtun. Das kann mir eigentlich nur nützen, sinniert Lem.

“Keine Sorge, wir interessieren uns nur dafür, was er so getragen hat. Über ihre Kneipe müssen wir nichts berichten”, Lem lächelt charmant.

“Getragen hat?”. Der Wirt schaut irritiert.

“Ja, so ein talentierter Nachwuchsdesigner zieht sich nicht irgendwie an. Der gibt immer Trends vor, auch wenn er arbeitet!”, erklärt Lem.

“Das kann von Streetstyle über Boho zu Grunge gehen!”.

"Sagt mir alles nichts", der Barkeeper kratzt sich verwirrt am Kopf.

“Trug er vielleicht mal einen Trenchcoat, die sind wieder ziemlich in?”, fragt sie weiter. “Oder so ein wildes Jacket mit Blumenmuster. Alessandro Michele von Gucci trägt das sehr gerne”. Lem blüht förmlich auf, wenn sie über Modestile reden kann.

“Alessandro, nein, den kenne ich nicht, der war noch nie hier.”, sagt der Wirt verdutzt.

Lem seufzt resigniert. Die Großen der Mode kennt ja doch kein Schwein.

“Also ich weiß nicht, was sie meinen. Aber sie können gerne unten in seinem Spind nachsehen. Da hängt vielleicht noch was von ihm. Wie gesagt, die Polizei hätt ich hier nicht so gerne.”

Der Wirt ist doch wirklich nett, denkt Lem und nickt erfreut.





Kapitel 6 -Ein unerwartetes Geschenk-

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