Kapitel 6 -Ein unerwartetes Geschenk-


Aber

"Lem, bist du verrückt geworden?" Bella wollte sich gar nicht beruhigen. Sie saß noch so schön gemütlich am Frühstückstisch und wollte es nicht glauben. Der Tag fing ja gut an.

"Weil ich die verschollenen Zeichnungen gefunden habe?"

"Nein!" Bella tobte weiter und verschüttete ihren Kaffee: "Weil du sie hast mitgehen lassen."


"Aber nur 5 von ihnen."


"Das ist trotzdem Diebstahl!", entrüstete sich Bella.


"Ach herrje, bisher war wirklich niemand daran besonders interessiert sie zu suchen."


"Das stimmt so nicht, es hatte sie nur niemand gefunden."

"Ist aber nicht meine Schuld. Ich war eben erfolgreicher!"

"Aber du kannst sie doch nicht einfach so einstecken."

"Es sind doch noch ein paar da."

"Wie viele?"

"So um die 20. Bella, das merkt doch keiner, wenn einige fehlen."

"Und jetzt?"

"Jetzt sind sie auf dem Weg zu dir, mit der Post."


Was!


"Das ist meine Geburtstagsüberraschung an dich. Jetzt habe ich es sogar schon verraten."

"Bist du verrückt!"

"Das sagtest du ja bereits. Es ist doch nichts dabei. Keiner weiß davon. Ich dachte, du freust dich"


Wie lieb von dir?


"Schau doch mal. Die Zeitungen überschlagen sich mit Berichten über das Œuvre von Willem-Jan van de Nelle. Der ist nach seinem Tod so unglaublich berühmt geworden. Sämtliche Fashionblogger überschlagen sich seinetwegen. Ich glaube, dass seine Originalentwürfe noch hoch gehandelt werden."

"Deswegen ist es ja so schlimm. Du hast Eric nichts davon erzählt?"

"Natürlich nicht. Wieso auch."

"Haha, kann ich mir vorstellen, dass der keinen Bock darauf hätte mit einer Kriminellen verheiratet zu sein."

"Wie gesagt, in ein paar Monaten, wenn Schnee über die ganze Sache gewachsen ist, sind die Entwürfe bestimmt Gold wert und wir können uns endlich einen Urlaub auf Mauritius gönnen."


Lem!


"Wir haben doch bisher keinen Cent für die Artikel auf BELLALEMONCELLA bekommen, nicht einmal ein Paar Schuhe oder eine schöne Handtasche wie all die anderen Blogger. Ich sage dir, das liegt an unserem Alter. Wir sind nicht mehr wichtig. Und so hätten wir dann auch mal was von der vielen Arbeit."

"Indem wir dein Diebesgut veräußern?"

"Wir haben jetzt halt einen Picasso auf dem Dachboden."

"Und der Barkeeper?"

"Den habe ich um den Finger gewickelt, der hat nichts gemerkt."

"Na, wenn das mal so stimmt."



Kapitel 7 -Bellas Geburtstag-

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