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„Sollten wir nicht zuallererst leckere Pralinen kaufen, damit sich unser Aufenthalt wenigstens gelohnt hat!“, schlug Lem vor. Sie war bereits hungrig und die Stadt Aachen war nicht nur aufgrund ihres Doms und Karls des Großen berühmt, sondern auch wegen der süßen Schokoladenkünste sehr angesagt.

„Ich habe schon mal angeregt, dass es nicht andauernd um Belohnungen gehen kann!“, widersprach Bella. Lem wollte es wohl immer noch nicht einsehen, auch mal etwas Gutes zu tun.

Bella, Lem und LEM im Auto

Der neue Krimi von Bellalemoncella ist soeben erschienen und dieses Mal ist Bella bei uns zu Gast. Willkommen!

Hallo, ich freue mich auch sehr.

Erste Frage an dich: Welche Krimis liest du am liebsten?

Ganz altmodisch: die Agatha Christie Bücher und ich liebe die Agatha Christie Poirot Filme mit David Suchet oder natürlich mit Sir Peter Ustinov. Außerdem warte ich sehnsüchtig auf die neue „Tod am Nil“ Verfilmung mit der wunderbaren Gal Gadot.

Die Wonder Woman! Wenn ich die Zeilen aus dem „Kapitel Unterwegs“ lese, scheint es mir bei euch vor allem, um süße Versuchungen zu gehen: Aachener Pralinen! Ihr wollt uns wohl mit Süßigkeiten locken, den Krimi zu lesen?

Ja, unbedingt!

Dann erzähle doch mal. Wovon handelt „Die drei Ks?“ Hat das vielleicht mit den bekannten Begriffen: Kinder, Küche, Kirche zu tun? Und passiert schon wieder ein Mord?

Oh ja, diesmal wird es etwas grausiger. Eine große Blutlache befleckt den Aachener Dom.

Ein Mord in einer Kirche?

Ja, das ist etwas ganz Besonderes und natürlich hat das auch was mit den drei Begriffen zu tun, allerdings ein bisschen anders, so wie Bella und Lem es eben verstehen.

Ist das Thema Mode wieder mit dabei?

Aber sicher, ohne Mode passiert wohl im Bellalemoncella-Universum kein Mord mehr. Es wird eine spannende Verstrickung geben mit einem neuen Kleid für Maria …

Was ist das?

Manchmal hat man wirklich Glück: Im Aachener Dom gab es im März 2019 eine Ausstellung für eine neue Einkleidung einer Muttergottesfigur.

Echt?

Ja, das ist natürlich super interessant für Bella und Lem, die an dieser Stelle mal kurz die Frauenrolle in der katholischen Kirche diskutieren.

So, so. Gibt es noch mehr offene Fragen?

Ja, auf jeden Fall wird die Haarfarbe Grau in den Fokus gestellt. Aber natürlich auch Schwarz. Lem mag es ja lieber bunt und heiter.

Es darf also mal wieder gelacht werden?

Ja, allerdings war in diesem Jahr Karl Lagerfeld gestorben und das bedeutet, dass es dazu eine Menge Gedanken von Lem gibt. Die ist natürlich sehr traurig.

Muss man Chanel lieben, um den Krimi zu mögen.

Das hoffe ich nicht! Die Überraschung an diesem Buch ist wohl, dass man ein bisschen in Dan Brown Manier was über das 19./20. Jahrhundert erfährt. Aber ganz wenig und sehr einprägsam. Was ein bisschen an dem Jude-Law-Klon liegt.

Wer ist denn das?

Nun, ich kann es ja zugeben: Ich war ein wenig verliebt.

Lem

Lem hatte im letzten Jahr erzählt, dass der nächste Krimi länger wird?

Ja, diesmal braucht man über drei Stunden zum Selbstlesen und Vorlesen dauert noch länger.

Haben wir auch wieder Fotos und neue Illustrationen?

Die Fotos im Modekrimi waren alle aus dem Blog Bellalemoncella. Bei den drei Ks gibt es für jedes Kapitel eine Illustration, also insgesamt 34 Eindrücke, was Bella, Lem und LEM so alles machen.

Wie läuft es denn mit LEM so weiter?

Naja, Lem ist, unter uns gesagt, ziemlich eifersüchtig und pampig zu der Roboter-Sie. Da gibt es dann natürlich Streit.

Schlafenszeit

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Wie alt seid ihr eigentlich?

Irgendwas zwischen 23 und 49.

Bekommt ihr schon Falten?

Nein. Mit einer gesunden Ernährung, viel frischem Quellwasser und täglichem Sport altert man nicht. Haha! 

Es gibt eine Menge „Cosy Krimis“! Was ist bei euch anders. Warum sollte man einen Bellalemoncella-Krimi kaufen?

Zuerst: Die sind mit ganz viel Liebe gemacht. Man denkt sich vielleicht, die haben ja nur um die 37.000 Worte. Das ist ja gar kein richtiges Buch! Aber die Bilder sind genauso wichtig wie der Text und ab und zu gibt es auch noch einen kleinen Animationsfilm. Außerdem ist die Kombination mit der Roboter-Sie LEM sehr lustig. Da ergeben sich manchmal Situationen …Wer wünscht sich nicht einen Staubsauger, der dir alles abnehmen kann, wozu du keine Lust hast. Lem und ich sind ja schon ein bisschen faul und bequem. Wie kann man das Thema Achtsamkeit und Entschleunigung anders angehen, als einfach mal die Seele baumeln zu lassen. Dafür steht Bellalemoncella.

Liebe Bella, vielen Dank für das Gespräch.

Gerne, ich hoffe, ihr habt viel Spaß mit den „Drei Ks“!

Unglaublich wie viele gekrönte Häupter diesen Dom durchschritten hatten. Die Vorstellung, dass Karl der Große da hinten in einem goldenen Schrein seine letzte Ruhe gefunden hatte, erfüllte sie mit Ehrfurcht. So viel Historie in einer einzigen Kirche.

Bella stutzte, hatte sie nicht gerade ein Schluchzen gehört? Das war in einer Kirche nicht ungewöhnlich. Sie blickte sich um. Eine Frau lehnte an einem der schweren Pfeiler und weinte leise vor sich hin. Bella zögerte erst, dann schritt sie auf diese zu und fragte vorsichtig nach: „Kann ich Ihnen helfen?“

„Oh, danke, es geht schon“, sagte die Frau. Tränen liefen über ihr Gesicht und sie wühlte in ihrem Mantel nach einem weiteren Taschentuch. Offenbar erfolglos.

Bella griff in ihren Korb: „Bitte nehmen Sie.“

Die Frau schnäuzte sich geräuschvoll und schien sich zu beruhigen, jedenfalls musterte sie Bella neugierig.

Und Bella lächelte freundlich zurück. „Ich kann gerne etwas bei Ihnen bleiben.“page9image37379200

Die Frau antwortete leise: „Einen Augenblick bitte noch, ich fühle diesen Schmerz gerade so intensiv“, und sie sah in Richtung des Königsthrons.

„Wegen Karl dem Großen?“, fragte Bella. „Aber der ist schon so lange tot.“page10image37414656

„Nein!“, flüsterte die Frau.

Sie meint bestimmt unseren lieben Karl, dachte Bella und das Mitgefühl überkam sie. Auch sie hatte es in den letzten Wochen immer noch nicht glauben wollen. Und Lem erst.

„Ich gedenke einer Toten“, erklärte die Frau und richtete ihr Haar.page10image37415616

„Ja?“

„Es ist ungefähr ein halbes Jahr her: Sie lag da vorne in ihrem eigenen Blut“, und weitere Tränen quollen unter ihren Brillengläsern hervor.

„Ein Unfall sicherlich, oder? Der Boden ist aber auch zu glatt.“
„Nein“, sagte die Frau und holte ein Handy aus ihrer Tasche und stellte die Fotoeinstellung auf Selfie-Modus um.„Etwa ein Mord? Sie ist ein Mordopfer?“„Ja, ganz richtig, sie wurde geopfert“, berichtete die Frau und überprüfte den Blickwinkel. „Der Boden war so verunreinigt, dass der Putzdienst ihn kaum säubern konnte. Sie wurde kurz vor dem Abendgebet gefunden. Vielleicht könnten Sie ein Foto von mir machen? Das mit den Selfies ist so umständlich.“page10image37416960

„Ja gerne, wie ist sie denn gestorben?“

„Drei Stiche in den Oberkörper haben gereicht“, erklärte sie und kreuzte die Hände auf ihrer Brust. Unter dem Mantel trug sie ein geblümtes Kleid mit zarten cremefarbenen Chrysanthemen auf dunkelrotem Hintergrund.

Ein hübsches Muster, dachte Bella bei sich: „Und der Täter?“
„Der ist geflohen und unbekannt. Haben Sie das nicht in der Zeitung gelesen?“page11image37571968

„Nein, ich bin nicht von hier.“

„Das können Sie googeln, unter: Mord im Aachener Dom. Frau (†56) wurde kaltblütig ermordet“, wusste die Frau. Sie stellte sich in Positur auf dem inzwischen wohl mit Hochdruck gereinigten Boden und zeigte auf die

Marmorplatten.

„Hier?“ Bella richtete die Kamera auf sie und machte ein Foto. Danach erkundigte sich genauer: „Kannten Sie sie persönlich?“

„Nein! Machen Sie bitte noch eines. Nach der Zwei-Drittel-Regel. Kennen Sie die?“

„Aber wieso sind Sie so schrecklich erschüttert?“, fragte Bella erstaunt nach und bemühte sich, das Blumenmuster aus der Symmetrie zu nehmen.
„Ich gehöre einer Facebook-Gruppe an“, erläuterte die Frau.page12image37577344

„Interessant.“

„Wir besuchen die Toten, damit sie nicht in Vergessenheit geraten. Wir kümmern uns

besonders um sehr gemeine Morde.“

„Ach.“ Bella war überrascht und reichte das Handy zurück.page12image37578496

Das Motiv schien richtig in Szene gesetzt worden zu sein und die Frau blickte zufrieden hoch: „Wir wollen die Erinnerung an sie aufrechterhalten.“

„Und deshalb gehen Sie manchmal vor Ort?“ „Jedes Mal!“

„Ist das nicht etwas makaber?“ Bella nahm ebenfalls ihr Handy zur Hand und machte ein Foto von den inzwischen unsichtbaren Blutflecken.

„Wieso? Bei unserem ersten Treffen waren wir am Tower in London wegen Anne Boleyn. Da gehen viele Menschen hin, um den Platz ihrer Hinrichtung aufzusuchen.“

„Stimmt. War ich auch schon“, gab Bella zu und überlegte sich, das Bild gleich wieder zu löschen.page12image37580800

„Sehen Sie, vielleicht möchten Sie sich unserer Gruppe anschließen?“page13image37554240

„Vielleicht, aber es müsste schon jeweils mit Mord zu tun haben!“, erklärte Bella. „Welche Kriterien sind denn notwendig?“, erkundigte sie sich eifrig. „Außer gewiss sehr viel Blut.“

„Charakteristische Jahreszeiten und Rituale könnten ausschlaggebend sein. Es darf ruhig ein wenig heidnisch sein. Das ist allerdings Geschmacksache. Die Örtlichkeit ist sehr wichtig. Ein berühmtes Bauwerk erhöht die

Besonderheit.“

„Der Tower!“, bestätigte Bella und versuchte die Perspektive des auf dem Boden liegenden Mordopfers einzunehmen, indem sie ein Knie beugte und das andere Bein nach hinten schob. Ein Kniefall sozusagen. Das fiel in einer Kirche ja nicht weiter auf. Der Blick von unten auf das blütenübersäte Kappengewölbe war wunder-

schön und sehr mystisch.

Die Frau ereiferte sich wieder: „Unsere arme Tote ist im Aachener Dom durch drei Messerstiche getötet worden. Die Zahl hat eine symbolische Bedeutung.“

„Wow! „Die Drei“. Gibt es Hinweise auf die Kirche? Ich meine abgesehen davon, dass sie hier gefunden wurde?“, fragte Bella und musste sich mit der Hand am Pfeiler abstützen, um aufstehen zu können.

„Nein, nicht, dass ich wüsste“, überlegte die Frau. „Andererseits, wo Sie das so sagen.“

„Das ist fabelhaft“, rief Bella, „und gar nicht so weit weg.“
„Ja“, lächelte die Frau, „Sie können ihre Aura sicherlich noch spüren? Sie wirken schon ganz benommen.“
„Ich interessiere mich für Mode. Aber auch sehr für Morde“, erläuterte Bella und konnte ihr Glück kaum fassen.„Tatsächlich!“page14image37562688

„Nicht ohne Expertenwissen“, meinte Bella stolz. „Wir waren schon einmal ziemlich erfolgreich. Wir haben den Mord an dem sehr berühmten Designer Willem-Jan van der Nelle aufgeklärt. Sagt Ihnen der Name etwas?“

„Wer?“

„Da kenne ich mich nicht aus.“

„Ein vermutlich nur in Fachkreisen bekannter Modedesigner“, gab Bella zu.page14image37563840

„Aber Sie interessieren sich sicherlich ebenfalls für Mode. Ihr Blümchenkleid ist wirklich

schick“, lobte Bella anerkennend.

„Danke, zu besonderen Anlässen trage ich gerne gedeckte Farben. Lila, Aubergine oder Rostrot. Blau mag ich gar nicht. Das macht mich zu blass.“

„Dann haben Sie sich sicherlich schon die Ausstellung angesehen?“page14image37565184

„Welche Ausstellung?“

„Ein Kleid für Maria!“, berichtete Bella und war froh, auch einmal etwas beitragen zu können. „Das müssen Sie aber wissen! Vorne steht es auf dem Plakat. Das Domkapitel hat anlässlich der

Feierlichkeiten zum vierzigjährigen Unesco-Weltkulturerbe Aachener Dom einen Gestaltungswettbewerb für ein neues Kleid der Muttergottesfigur ausgelobt. Deshalb bin ich hier.“

„Das ist unglaublich“, wunderte sich die Frau. „Maria hat nicht genug zum Anziehen, sehr weltlich gedacht.“

„Hat sie schon. Aber es sollte lieber etwas Modernes, Alltagstaugliches her. Die neuen Gewänder sind zum Teil sehr ausgefallen. Schauen Sie es sich ruhig mal an. Die Ausstellung befindet sich in der Domschatzkammer.“

Die Frau hob bedauernd die Schultern: „Ich muss leider los. Meine Gruppe wartet draußen schon auf mich. Ich bin ein wenig länger geblieben als die anderen.“ Sie öffnete eine Handtasche. „Irgendwo habe ich noch unsere Visitenkarte, falls Sie weitere Informationen über unsere Gruppe wünschen.“page15image37589120

Bella bedankte sich und fragte ihrerseits: „Besuchen Sie heute noch weitere Verstorbene?“

„Nein, wo denken Sie hin?! Wir betreiben schließlich keine Leichenfledderei! Wir behandeln die Toten mit sehr viel Respekt. Wir haben uns allerdings dagegen entschieden, bei diesen Besuchen Schwarz zu tragen. Weil Sie sich doch so für Mode interessieren.“page15image37590656

Bella lächelte wohlwollend.

„Wir werden irgendwo ruhig einkehren und später noch unsere Yoga Übungen machen, um die emotionale Stimmung positiv zu beeinflussen. Natürlich kann man in so einer Kirche nicht seine Yogamatten ausbreiten.“

„Natürlich nicht“, bestätigte Bella und winkte ihrer neuen Bekannten zum Abschied hinterher. Meine Güte, dachte sie, vielleicht ist das die neue Herausforderung für uns. Eine Tote in diesem Dom! Und das Thema Mode ist allgegenwärtig. In solch einer Konstellation ist es uns am liebsten. Und der Mord ist noch ungesühnt.page16image37597376

Das Warten hat ein Ende.

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