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Geregelte Süßigkeiten

Süßigkeiten, das Zauberwort, um sofort Bellas Aufmerksamkeit zu wecken.

 

Berge von Süßigkeiten noch viel besser. Bella mag sie alle. Die Lakritze. Den Mausespeck. Die kleinen roten Erdbeeren. Die sauren Schnüre. Die rosa Lutscher. Das Lebkuchenherz mit viel Zuckerguss obendrauf. Die Bonbons mit Füllung. Die Caramels. Bella ist keine Torte zu blau gefärbt, kein Kuchenstück zu süß. Obstkuchen findet sie nett, kommt aber nicht an die interessanteren cremigen Varianten heran. Sie mag gerne Löffelbiskuits, Marmorkuchen, Käsesahne und Buttercremtorte, Geschmacksrichtung egal.

 

Durchaus standhaft bleiben kann sie bei Gummibärchen, besonders die aus reinem Fruchtsaft, Giottos und Schokolade. Kann sie vorbeigehen oder großzügig anderen anbieten.

 

Sie hat vermutlich ein Defizit, das sie versucht mit diesen Süßigkeiten auszugleichen. Aber was soll das sein? Wenn man gutgelaunt bei schönem Wetter durch eine schöne Stadt zieht und magisch angezogen wird von den Auslagen diverser Cafés und sich nichts Schöneres vorstellen kann, als all die Leckereien zu probieren.

 

Gottseidank ist man nach einer halben Tüte ja schon gesättigt und der noch reingequälte Rest verursacht eine leichte Grundübelkeit. Meistens kauft sie mehrere kleine Tüten verschiedenen Inhalts und stellt sich vor, sie hübsch auf einem Teller zu drapieren. Ist ja die Gelegenheit, für einen fiktiven Besuch schon mal was auf Vorrat einzukaufen.

Der hält allerdings nie lange. Und der herzallerliebste Ehemann ist ein Schokoladenfan!

 

Glück gehabt. Der Besuch hatte sich auch verspätet.

 

Es gibt Frauen, die können auf all das verzichten. Die angewidert das Gesicht bei dem Wort Mausespeck verziehen. Ein Rätsel. Irgendwie muss deren Kindheit anders verlaufen sein. Sie sind mit gesundem Gemüse großgezogen worden. Oder sie haben keine Defizite und sie kennen eine Beschwörungsformel, von der Bella noch nie gehört hat.

 

Schon als kleines Mädchen fand sie die emanzipierte Pippi Langstrumpf wirklich toll. Aber noch viel schöner fand sie die Beschreibung der Bonbonsläden, wo tütenweise alles für  Goldstücke bereit stand. Also doch die Kindheit. Die anderen haben womöglich andere Bücher gelesen, wo Kopfsalat und Gerstensmoothie quasi schon in der Geschichte eingebunden waren.

 

Sie ist natürlich so raffiniert, dass sie keine Abhängigkeiten schafft. Also diesen Schrank, den viele Familien hatten, um hin und wieder Nachwerk zur Verfügung zu haben, den hat sie gar nicht erst angelegt.

 

Ihre Kinder sind durchwegs mit gesundem Obst und geregelten Süßigkeiten groß geworden. 

 

Ab und zu haben sie sich schon gewundert, wenn Bella mit diesen oben erwähnten Tüten ankam. Grüne Krokodile mit Veilchengeschmack und seltsame Bonbonsfüllungen haben sie irgendwie daran gehindert sofort zuzugreifen. 

 

Und was ist jetzt die Regel? Keine Schokolade! Nur vor Feiertagen den Bonbonladen aufsuchen. Lakritze meiden. 

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