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Hey Pippi Langstrumpf

Wenn Bella an ihre Kindheitsidole denkt, dann gehörten Pippi Langstrumpf neben Hanni und Nanni unbedingt dazu. Hanni und Nanni waren allerdings ein bisschen überspannt wie die heutige Jugend: zu diszipliniert und super effektiv in ihrem Tagesablauf.
Aus Bellas Sicht korreliert das sicher ganz böse mit der neuerdings geforderten Achtsamkeit und die Therapie durch den Coach war wahrscheinlich auch schon vorprogrammiert:

Macht doch mal eine Pause!
Lass das Krokodil weg!

Entweder war das jetzt Hanni oder Nanni, die sich im Wettkampf mit einem schnappenden Ungeheuer anstacheln wollte, um unbedingt zu gewinnen. Das konnte Bella nicht wirklich nachvollziehen, aber die Geschichten im Internat waren natürlich toll.

Dann doch lieber Pippi! Die war so schön frech und entspannt. Wir sahen ja leider aus wie Annika mit dem langweiligen Faltenrock und der geordneten Haarfrisur. Das entsprach zumindest dem Zeitgeist für brave und gute Mädchen, die bedauerlicherweise leider nicht überall hinkommen.

Pippilotta Viktualia Rollgardina Pfefferminz Efraimstochter

durfte sich schmutzig machen. Dazu trug sie ganz unkompliziert ein absolutes No-go: verschiedenfarbige Strümpfe. Raffiniert getoppt durch den Hingucker: legeres Hängerchen und Schuhe in denen man Boot fahren konnte. Gut, die würde Bella nur in der puren Not bei Überquerung großer Pfützen anziehen, sozusagen als Überschuhe.

Zudem wurden wir in den Sechzigern meist sehr streng erzogen. Mädchen, die nicht akkurat einen Knicks zur Begrüßung machen konnten, gab es womöglich gar nicht. Und still sein, den Erwachsenen nicht widersprechen, war Standard. Da war Pippi ein absolutes Vorbild zum Danebenbenehmen. Das Herunterziehen der Tischdecke samt Torten und Geschirr beim eleganten Kaffeekränzchen der damaligen Hausfrauen, ergäbe heutzutage ein herrliches GIF. Und überhaupt, schwindeln konnte sie, dass sich die Balken bogen.

Zudem war sie finanziell unabhängig und hatte Zugriff auf eine schöne Anzahl von Goldstücken, die würden Bella heute bei ihren zahlreichen Kleiderwünschen sehr weiterhelfen … Ein Lottogewinn wäre auch eine Alternative, aber leider ist beides ziemlich unwahrscheinlich.

Ein weiteres Highlight, der Bonbonladen, wo es tütenweise Lakritze und diese sauren klebrigen Fruchtgummistreifen gab, ohne dass der nächste Zahnarztbesuch sich auch nur erahnen ließ. Der Hang zu Bonbonläden ist natürlich geblieben. Die gibt es hier leider nicht so oft wie in dem schönen Schweden. Bei Bella hieß das früher: Trinkhalle. Da konnte man für eine Mark schon ganz schön viel Mausespeck ordern. Aber inzwischen hat doch hoffentlich jede größere Stadt einen etablierten Schokoladenladen mit raffinierten Sorten: Pistazie auf Zimt mit Cherry auf Salz oder so.

IMG 4389

Und die Tiere: ein Pferd und Herr Nilson. Das ist doch der Traum, der auch heute noch in den Köpfen spuckt:

Ein Haus,

ein kunterbuntes Haus,

ein Äffchen und ein Pferd …

Nun, viele haben Tiere, neuerdings gerne auch ein halbes Dutzend Schafe, die den wohlerzogenen Hund auf Trab halten oder ein Hühnerstall à la Meghan mit glücklichen Hühnern. Das Haus ist allerdings meistens nicht in Rosa gehalten so wie im Film. War ja auch für Kinder gedacht. Na ja, eine rosafarbene Kletterrose kann es ja auch tun.

Nun würde Bella gerne wissen, ob denn die Pippi-Fans aus ihrer Jugend heute eher brav oder ungezogen sind?

Unsere bezaubernde Pippi oben trägt übrigens eine Adaption von Dolce und Gabbana ….

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